Plan der Europa-Dörfer

von Harald G. Hentrich, Dipl.Pol.

 

Geplant ist, ganz Europa mit einem Netz von Europa-Dörfern zu überziehen.

Dort sollen zeitlich begrenzt junge Leute leben, mit jungen Europäern verschiedener Nationalitäten kommunizieren, Selbstorganisation einüben, gemeinsames Arbeiten erlernen, Freundschaften und Kontakte über Grenzen hinweg knüpfen.

Warum junge Leute? Es sollte sich um Europäer zwischen 18 und 30 Jahren handeln. Menschen in diesem Alter sind sowohl in ihren Anschauungen als auch in ihren Lebens- und Arbeitsverhältnissen nicht so festgelegt wie Ältere. Ebenfalls wird eine größere Begeisterungsfähigkeit – speziell für ein gemeinsames Europa – und Neugierde auf andere Menschen vorausgesetzt.

Die Dauer des Wohnens in diesen Europa-Dörfern sollte mindestens 4 Wochen und höchstens ein Jahr betragen.

Eine Zentrale koordiniert die Anmeldungen und gibt Dorf-Ausweise heraus, verteilt die Interessenten nach Wunsch auf die Dörfer. Eine Obergrenze von 500 Personen pro Dorf sollte nicht überschritten werden, anderenfalls wird das Dorf halbiert, und die daran Interessierten gründen ein neues Dorf.

Eine Neugründung eines Europa-Dorfes benötigt genügend Platz – der soll von EU und Kommunen gestellt werden, ebenso die nötige Infrastruktur (Müllentfernung, Abwasser- und Wasserversorgung etc.). Außerdem soll eine Grundversorgung mit provisorischen Hütten, Zelten, Bauwagen etc gewährt werden, und es sollte Baumaterial gestellt werden, aus dem die Bewohner des Europa-Dorfes allmählich feste Behausungen und – besonders wichtig – Versammlungsräume oder -häuser in Eigenregie bauen können.

Überhaupt soll so viel Eigeninitiative der Dorfbewohner wie möglich gestattet sein, sowohl was den Aufbau und die Gestaltung des Dorfes, als auch was das Programm, die gemeinsame Arbeit und die Verfassung betrifft. Der Hauptschwerpunkt könnte in freiwilliger Arbeit an einer Gedenkstätte, Aufbau einer Schule, einer Lern- und Diskussionsplattform, in Kunstprojekten, politischen oder kulturellen Aufgaben oder anderem bestehen. Auch die Selbstverwaltung soll nach demokratischen Prinzipien in Eigenregie erfolgen.

Parallel dazu soll es in jedem Europa-Dorf einen hauptamtlichen, von der EU bezahlten Bürgermeister geben, der eingreift, wenn die Selbstverwaltung nicht funktioniert, die Aufrechterhaltung der Ordnung besorgt (auch durch Heranziehung von Dorfbewohnern für Ordnungszwecke), und der das Hausrecht im Dorf besitzt.

Die Anreisekosten und die Verpflegung muss jeder selbst tragen.

Personen, die nicht über die Zentrale Vergabestelle zugelassen sind, erhalten keinen Zutritt.

Die Zentrale sorgt dafür, dass das Verhältnis der Geschlechter ausgewogen ist, die Altersbeschränkungen eingehalten werden, und einmal gesperrte Personen nirgendwo anders Zutritt erhalten.

Geplant ist nicht nur, dass die jungen Leute in einem Europa-Dorf eines Landes wohnen, sondern dass sie auf Wunsch nacheinander oder zu verschiedenen Zeitpunkten Europa-Dörfer in unterschiedlichen Ländern bewohnen.

Der Kontakt zwischen ehemaligen Europa-Dorf-Bewohnern sollte aufrechterhalten und gefördert werden. Einmal in 2 oder 3 Jahren findet ein Kongress der Europa-Dörfer statt, in dem Verbesserungen, Neuerungen etc beschlossen werden.